Dixi-Kasi: Bobby Kohlrausch
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Bobby Kohlrausch

 
 
 
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Bobby Kohlrausch auf der AVUS
 
 
 
 
................sorry: ist noch im Aufbau!.................
 
 
 
Horst Ihling, langjähriger Mitarbeiter in der Fahrzeugfabrik Eisenach und Verfasser vieler Bücher und mir persönlich seit 1989 bekannt, schrieb für die Eisenacher Zeitung folgenden Artikel:
 
 
Der Eisenacher Rennfahrer Bobby Kohlrausch feiert seine ersten Rennerfolge  

Bobby Kohlrausch ist ein Naturphänomen, das viel Ähnlichkeit mit einer Windrose besitzt.“ Mit diesen launigen Worten begann die „ADAC-Motorwelt“ im Juni1936

 einen Bericht über die unglaubliche Rennfahrerkarriere von Bobby Kohlrausch, Eisenach, dessen richtigen und gut bürgerlichen Vornamen Robert außer den Eltern

 wahrscheinlich nur noch seine ehemaligen Schulkameraden am Ernst-Abbe-Gymnasium kannten.

Der am 9. März 1904 in Eisenach geborene Bobby Kohlrausch stammte aus einer angesehenen, gut bürgerlichen Familie. Sein Vater Hermann Kohlrausch

hatte zuerst eine Färberei und nannte sich „Hofkunstfärbermeister“. Im Haupterwerb betrieb er jedoch das Elektrizitätswerk zwischen Stockhausen und Eisenach

an der Nesse. Darüber hinaus engagierte sich Kohlrausch im gesellschaftlichen Leben und war Vize-Präsident des Mitteldeutschen Automobil-Clubs.Bereits

während seiner Schulzeit offenbarte sich Bobbys Schrauber-Talent. Zuerst am Fahrrad und danach an Motorrädern. Deshalb gab ihn sein Vater nachdem Abitur

1923 zur Lehre in das damalige Eisenacher Dixi-Werk. An historischer Stätte konnte er schließlich als gestandener Autoschlosser seine Schraubertalente ausleben

. Der Vater hatte jedoch mit seinem Filius noch mehr vor und schickte ihn auf die Ingenieurschule Ilmenau zum Studium der Fachrichtung Maschinenbau und

Elektrotechnik. Während seines Studiums in Ilmenau fuhr Bobby Kohlrausch – ausgestattet mit den von im Hause Kohlrausch dafür vorgesehenen finanziellen

Mitteln – bereits seine ersten Motorradrennen. Er startete zuerst für den 1920 gegründeten Eisenacher Motorsportclub„Windsbraut“, meist bei regionalen

Veranstaltungen, wie zum Beispiel bei den Ilmenauer Gabelbach-Bergrennen. Durch das trotz seines zeitaufwendigenMotorsport-Engagements gut bestandene

 Ingenieursexamen, aber vor allem durch die zahlreichen Erfolge musste schließlich die Familie das Hobby des rennverrückten Sohnes akzeptieren.

 

Ein erster „Schuss vor den Bug“auf dem Schleizer Dreieck

Die Akzeptanz des Vaters war schlagartig zu Ende, als sich Bobby 1929 beim Schleizer-Dreieck-Rennen fast zu Tode fuhr und wochenlang im Krankenhaus lag. Danach war vorerst Schluss mit der Rennfahrerei. Da nutzte auch seine stolze erste Bilanz mit 18 ersten, sechs zweiten und drei dritten Plätzen als Motorradrennfahrer auf NSU-, Jap-, Triumph- und Blackburne-Maschinen nichts. Der Vater Kohlrausch sah schließlich ein, dass er den Bobby trotz des schweren Unfalls von weiteren Rennen nicht abhalten konnte. Dafür war aber ein vierrädriger Untersatz etwas sicherer. Der Lohn für Bobbys Versprechen, nie wieder Motorradrennen zu fahren, war schließlich ein schnittiger kleiner Sportwagen. Das BMW-Werk hatte 1930 im Rahmen der Weiterentwicklung der 3/15 PS- 750-Kubik-Dixi/BMW-Serienwagen eine verbesserte Sportausführung, praktisch für Interessenten mit kleinem Geldbeutel, herausgebracht. Dieser neue 3/18-PS-BMW Wartburg Sport war ein Leichtgewicht, hatte an Stelle des 15-PS- einen verbesserten 18-PS-Vierzylindermotor und war für Automobilwettbewerbe in der Klasse bis 750 cm³ gedacht. Dieser Wagen war genau das richtig Geschenk für Sohn Bobby.

Auf vier Rädern kommt dann der Durchbruch

Entsprechend der Familienplanung musste Bobby nach dem Technik- ein Ökonomie-Studium in München aufnehmen. Nach einem abermaligen Versprechen, seine Rennambitionen dem Studium unterzuordnen, durfte er den BMW Wartburg-Sport an die Isar mitnehmen. Fern der Heimat waren alle Versprechen vergessen. Mit dem kleinen Renner tobte sich der Student vorerst noch bei regionalen Veranstaltungen aus.

Die Erfolgsserie nahm ihren Lauf: Schon beim ersten Start, dem Internationalen Kesselberg Rennen des Bayrischen Automobil-Clubs am 15. Juni 1930, gewann er nicht nur mit Abstand die kleine Sportwagenklasse bis 750 cm³, sondern stellte auch noch einen neuen Streckenrekord auf. Nach einer Reihe von weiteren Erfolgen im Freistaat unter anderem beim Gaisberg- und beim Oberjoch-Rennen wurde Bobby mutiger. Er gewann in der Eifel in seiner Klasse das Nürburgring-Rennen und in der Schweiz einen Automobil-Wettbewerb in St. Moritz. Beim Berliner AVUS-Rennen wurde er zwar Zweiter, aber hier faszinierte ihn die ganze Atmosphäre in Verbindung mit den etwa 100.000 Zuschauern.

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Durch die überaus erfolgreichen Renneinsätze wurde Bobby Kohlrausch nicht nur der beste BMW-Rennfahrer, sondern setzte sich im Jahr 1931 im deutschen privaten Automobilrennsport an die Spitze, so dass die Eisenacher Zeitung vom 7. März 1932 stolz berichten konnte: „In einer Sportausschuss-Sitzung des BMW-Autoclubs ‘Dixi‘ konnte das erfreuliche Resultat bekannt gegeben werden, dass in der letztjährigen Rennsaison unser einheimischer Herrenfahrer Robert Kohlrausch an 15 automobilsportlichen Veranstaltungen des In- und Auslandes erfolgreich teilgenommen hat.

 

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Auf dem Flugfeld in Wiesbaden fand während der internationalen Flug- und Autoschau im Mai 1932 das Vergleichsrennen zwischen Flugzeug und Rennwagen statt, welches das Auto gewann. Bobby Kohlrausch bezwingt mit einem BMW-Wartburg-Sport den berühmten Weltkriegsflieger Ernst Udet im Flugzeug. 

Wie durch die O.N.S. (Oberste Nationale Sportbehörde) bestätigt, ist somit unser Mitbürger der erfolgreichste Rennfahrer Deutschlands im Jahre 1931, gewiss ein schöner Erfolg für Fahrer und Fabrikat (Sportwagen BMW Typ „Wartburg Sport“ mit von BMW hergerichtetem Spezialmotor mit hängenden Ventilen und einer Leistung von 22 PS)“. 

Umstieg auf englische Kleinwagen

Nach der Rennsaison 1931 waren die Leistungsgrenzen des kleinen Vierzylinder-Wartburg-Sport-Motors restlos ausgereizt. Da sich Bobby Kohlrausch nach wie vor auf den kleinen Rennwagen äußerst wohlfühlte, stieg er 1932 auf die in der gleichen Klasse leistungsstarken englischen Kompressor-Austin- und später auf MG-Wagen um. Wohl auch deshalb, weil ihm hier der finanzielle Aufwand beherrschbar erschien.

Strahlender Sieger des Eibsee-Rennens 1932: Erster Gratulant war Albert Kandt (links), Direktor im Eisenacher BMW-Werk, der einen verbesserten BMW-Wartburg-Sport zur Verfügung stellte. Gut zu erkennen die Spikes auf den Reifen, die damals bereits gefahren wurden. 

Mit dem von ihm getunten neuen Wagen setzte er seine Erfolgsserie bei Rundstrecken- und Bergrennen fort. Hier startete er oft mit seinen beiden Wagen, nicht nur in der Sport- und Rennwagenklasse bis 750 cm³, sondern auch darüber. Mit dem Austin meist bis 1200 cm³, später ab 1934 mit dem noch leistungsstärkeren Kompressor MG „Magic Mitget“ bis 1500 cm³, manchmal sogar in der 2-Liter-Klasse. Mit seinen kleinen, wendigen Flitzern konnte er die großen Wagen auf kurvenreichen Strecken oft abhängen. Nahezu sensationell sein zweiter Platz in der Deutschen Bergmeisterschaft 1935.

Dort hängte Bobby mit dem selbst getunten MG „Magic Mitget“-Rennzwerg hinter dem 16-Zylinder-Boliden von Auto-Union des „Bergkönigs“ Hans Stuck alle übrigen Spitzenfahrer auf wesentlich leistungsstärkeren Wagen ab. Das war gleichzeitig ein Beweis, dass er auch ein begnadeter Ingenieur war. Die größten Erfolge in der Rennsaison 1936 waren die Siege mit seinem MG „Magic Mitget“ beim Großen Bergpreis von Deutschland auf der Schauinsland-Bergrennstrecke bei Freiburg im Breisgau (30. August) und beim Internationalen Feldberg-Rennen (27. September).

Geschwindigkeitsweltrekorde, Gelände- und Zuverlässigkeitsfahrten

Nach den Rennerfolgen versuchte auch Bobby Kohlrausch verschiedene Geschwindigkeitsweltrekorde zu knacken und bereitete dazu seinen MG „Magic Mitget“ entsprechend vor. Dafür verpasste er dem Wagen extra eine Stromlinienkarosse. Auf der schnurgeraden Betonpiste bei Györ in Ungarn konnte er 1935 vier neue Weltrekorde in der Klasse H bis 750 cm³ aufstellen: den Kilometer mit fliegendem Start in 210,649 km/h, die Meile mit fliegendem Start in 209,989 km/h, den Kilometer mit stehendem Start in 131,482 km/h, die Meile mit stehendem Start in 150,327 km/h. Auf dem abgesperrten Autobahnteilstück zwischen Frankfurt und Darmstadt kamen dann ebenfalls auf dem Stromlinien-MG „Magic-Mitget“ noch drei Geschwindigkeitsweltrekorde hinzu. 

Auf dem abgesperrten Autobahnteilstück zwischen Frankfurt und Darmstadt kamen dann ebenfalls auf dem Stromlinien-MG „Magic-Mitget“ noch drei Geschwindigkeit Weltrekorde hinzu. Höhepunkt seiner Karriere war zwar kein Weltrekord, aber ein überzeugender Auftritt bei einem Bergrennen im englischen Shelsley Walsh. Hier versetzte er praktisch in der „Höhle des Löwen“ bei einem Sprintsieg die Elite der englischen Rennfahrer mit einem neuen Streckenrekord in helle Aufregung. Die sportlich-fairen Engländer honorierten diese Leistung mit der Ehrenmitgliedschaft im „British Racing Drivers Club“. Nicht nur im Rennwagen feierte Bobby Kohlrausch spektakuläre Erfolge, sondern auch beim „Fremdgehen“ auf Gelände- und Zuverlässigkeitsfahrten mit seinem vom Opel-Dienst Eisenach gesponserten Zweiliter-Opel-Sportwagen. 

Motorsportler bekommt Problememit den Nationalsozialisten

Die deutschen Rennstrecken waren inzwischen fest im Griff der NSKK Funktionäre (Nationalsozialistisches Kraftfahrer Korps). Dort sah man Bobbys erfolgreichen kleinen englischen Wagen in „british racing green“ und mit den zwei großen „Union Jacks“ auf den Seiten mit gemischten Gefühlen. Diese machten den deutschen Wagen Erfolge streitig und boten eine Plattform für englische Selbstdarstellungen im Motorrennsport.

Bobby spürte bald die politische Beeinflussung des Motorsports: Kleine Klassen wurden weniger ausgeschrieben. Früher wollte Bobby bei den Großen starten, jetzt musste er. Das Siegen wurde immer schwerer und klappte meist nur noch bei Bergrennen. Sein größter und zugleich letzter Erfolg auf dem MG war das Eifel-Rennen am 13. Juni 1937 auf dem Nürburgring. Den kannte der Bobby inzwischen in- und auswendig. Diesmal erreichte die Unverfrorenheit der braunen NSKK-Funktionäre ihren Höhepunkt: Er musste mit seinem 750-cm³-Kompressor-Sportwagen in der ebenfalls Kompressor-getriebenen Zweiliter-Sportwagenklasse starten.Das nahezu Unmögliche geschah, und der Bobby sorgte nochmals für eine letzte, große Sensation, denn hinter dem siegreichen großen Alfa-Romeo-Renner sauste der kleine Eisenacher Flitzer als zweiter über die Ziellinie.  Langsam kam die Erkenntnis, dass die Zeiten der Privatfahrer mit eigenen Sport- und Rennwagen endgültig zu Ende gingen. Anfang 1938 zog sich Bobby Kohlrausch mit ein wenig Wehmut in sein Privatleben zurück. In der Fachzeitschrift „Motor und Sport“ erschien dann die Anzeige: „Verkaufe meinen kompl. Rennstall …… Preis 20.000 RM, Verkauf evtl. auch im einzelnen. Bobby Kohlrausch.“ Von nun an kümmerte er sich ausschließlich um seine junge Familie und beruflich um sein Ingenieurbüro. Darüber hinaus waren im gastfreundlichen Haus in der Eisenacher Heinrich-Zieger-Straße 5 beim lebenslustigen Bobby Rennfahrer-Kollegen wie Rudolf Carraciola, Huschke von Hanstein, Richard von Frankenberg oder Manfred von Brauchitsch immer herzlich willkommen und gerngesehene Gäste.

 

....und hier seine vielen Pokale in den 30. Jahren:

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